Gentlemen - Balance der Geschlechter

Ich höre rings um mich nur noch von Female Empowerment, Sisterhood und Emanzipation. Es ist wunderbar einen starken Frauenkreis zu etablieren, Energie und Inspiration daraus zu schöpfen und doch habe ich manchmal das Gefühl, dies schließt die Männer so ganz und gar aus. Heute Morgen las ich in der Zeit No. 15 (2019) einen anregenden Artikel mit dem Titel "Die beste Zeit ein Mann zu sein". 

 

Was ist ein Mann für mich? Ich liebe Männer. Männer sind stark, fokussiert, beschützend und warm. Sie können einem helfen, schwere Sachen zu tragen, Kinder schenken, gut riechen und manchmal dabei helfen aus dem Drama auszusteigen, auf dem Teppich zu bleiben. Ich empfinde es nicht als Nachteil oder Schwäche, in gewissen Dingen körperlich unterlegen zu sein. Ich kann dafür hundert andere Dinge, die ein Mann nicht kann. Jeden Monat bluten ohne krank zu sein, ein Kind gebären oder Gedankenlesen :) 

 

Gentlemen, heißt es in dem Zeit Artikel, setzt sich aus den Begriffen gentle und men zusammen: 

"...der Gentleman der britischen Aristokratie war eben genau dies - ein mann der gentil war, also sanft, höflich, zurückhaltend. Was ihn nicht daran hinderte der Begriff der Männlichkeit zu sein." (Zeit No. 15 vom 4. April 2019).

 

Wieso also spreche ich darüber? Ich sehe in der Frage, wie gut finde ich Männer, wie sehr erkenne ich das andere Geschlecht an und wie sehr möchte ich selbst ein Mann sein oder wurde so geprägt wie einer zu handeln, als einen Schlüssel zur Gesundung der Frau. Wir leiden an Frauen-Beschwerden, wie PMS, Regelschmerzen bis Myome der Gebärmutter und schlimmeres. Warum?

Schon Alissa Vitti schreibt in ihrem Buch "Womancode" über die Wichtigkeit in seiner Weiblichkeit zu leben. Und für mich heißt das auch, eine Frau sein zu dürfen, weil es den Mann gibt. Es gibt zwei Geschlechter und diese sind unterschiedlich! Ich kann meinen Fahrradschlauch selbst flicken, die Gangschaltung meines Fahrrads reparieren und ein Loch in die Wand bohren. Mir ist es wichtig das zu können und trotzdem genieße ich es auch zur rechten Zeit, wenn ich dabei um Hilfe fragen kann. Durch unsere noch immer existierenden Rollenbilder erleben wir von Kindesbeinen an bestimmte (oft handwerkliche Dinge) je nach Geschlecht und können voneinander Lernen. Alisa führt hier für mich tolle Beispiele in ihrem Buch an.

 

Im Grunde will ich damit sagen, dass wir voneinander profitieren, wenn wir unser Geschlecht anerkennen und danach leben. Es geht nicht darum das andere Geschlecht immer zu verstehen, vielleicht ist das nicht einmal so gedacht. Es fehlt mir eine Balance in dieser Bewegung der Sisterhood-Frauen-Emanzipations-Bewegung.

 

Zeiten der Industrialisierung, die das Rollenbild neu entwarfen ("Die gegensätzlichen Arbeisorte führten zu gegensätzlichen Rollenbildern. Der Mann draußen in der Welt - aktiv, Ratio, willensstark. Die Frau drinnen im Heim - passiv, sich emotional verausgabend" - Zeit No 15) oder auch die Einführung der Pille, als vermeintlicher Freiheitsschlag für Frauen, gingen in meinen Augen nach hinten los, was die Rollenbilder betrifft. 

 

Die moderne Frau verhütet mit der Pille. Für die meisten Männer ist es fast selbstverständlich, dass dies die gängigste und einfachste Verhütungsmethode ist. Wenn nicht einmal wir Frauen selbst das hinterfragen, warum sollten sie es tun?

Ich sehe die Pille und hormonelle Verhütung kritisch, mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht sagen. Wer für sich eine Alternative sucht, oder die Pille einfach absetzen will - dem helfe ich gerne mit meiner Erfahrung und meinem Wissen. 

 

Alles Liebe, Colette

 

HP Colette Bischel

München, April 2019

 

www.colettebischel.com

 

  

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