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Wie du die Pille am besten absetzt

Sobald du dich entschieden hast, die Pille abzusetzen, ist es klug, sich darauf vorzubereiten.

 

Warum der ganze Aufwand? Nachdem du keine künstlichen Hormone mehr von außen zuführst, erkennt der Körper dies. Die Schaltzentrale im Gehirn (der Hypothalamus) registriert die Hormonkonzentration im Blut und gibt an die Hormondrüsen Impulse. Bzw. schickt ein die Hypophyse (die Hirnanhangsdrüse) Hormone los, welche die Eierstöcke dazu bringen, sich auf einen Eisprung vorzubereiten. Dieser Ablauf war die ganze Zeit während er Pilleneinnahme unterbrochen - denn das war ja der Zweck und das Ziel der davon: wir wollen eine Schwangerschaft vermeiden.

 

Für viele Frauen ist das kein Problem und die normalen Abläufe pendeln sich schon bald ein. Jedoch haben andere Frauen mit Hautproblemen, Gemütsschwankungen und einer ausbleibenden Periode zu kämpfen. Dazu möchte ich nur sagen: lass dir Zeit und sei liebevoll und geduldig mit deinem Körper.

 

Um es deinem Hormonsystem zu erleichtern kannst du schon vor der letzen Einnahme deiner Pille ein paar Maßnahmen ergreifen.

 

EINS. Vermeide Genussmittel oder zumindest schränke sie stark ein. Dazu gehören Kaffee, Zucker, Alkohol und Nikotin. All diese Stoffe muss der Körper verarbeiten und größtenteils wieder ausscheiden. Die Entgiftungsorgane wie die Leber, allen voran, sorgen für den Abbau von fremden Stoffen, wozu auch die mit der Pille zugeführten synthetischen Hormone zählen. Entlastest du die Leber also dabei, sich auch noch mit Zucker, Zigaretten und Co. zu befassen, hat sie mehr Kraft und Zeit sich mit der Ausscheidung der Pillen-Stoffe zu befassen. Ganz nebenbei übernimmt die Leber noch viele andere wichtige Aufgaben, darunter unter anderem die Herstellung von Hormone bzw. deren Bausteine.

 

 

ZWEI. Auch über die Niere kann vieles ausgeschieden werden, was wir nicht mehr brauchen. Erhöhe also am besten deine tägliche Trinkmenge und die Rede ist hier von Wasser. Auch über die Haut kann man so einiges loswerden, die Devise "sweat once a day" oder ein Saunabesuch (wenn ihr das gut vertrag) sind hilfreich um über den Schweiß zu entgiften.

 

DREI. Pausen zwischen den Mahlzeiten - ganz nach Ayurveda. Im Ayurveda wird empfohlen, immer erst dann zu essen, wenn du auch Hunger hast. Zwischen den Mahlzeiten sollten außerdem genug Abstand liegen, so dass die Verdauungsprozesse abgeschlossen sind, bevor die nächste Portion nach kommt. Dies vermeidet Stoffwechselprodukt und Schlacken, die sich anhäufen und deine Entgiftungs-Organe und den Stoffwechsel unnötig belasten. Das heißt also, lasse je nach deinem Typ und Empfinden drei bis vier Stunden vergehen, bevor du wieder etwas isst und dazu zählt auch das berühmte "snacken" zwischendurch... Oh ja.

 

VIER. Setze extra viel frisches Gemüse und Obst auf den Speiseplan. Jedoch empfehle ich generell (völlig unabhängig nun von diesem Thema) nicht zu viel Rohkost zu dir zu nehmen, sondern auf gekochte Mahlzeiten zu setzen. Sehr abhängig ist das auch von der Jahreszeit und auch von deiner individuellen Konstitution.

Wichtig sind frisches Gemüse sowie Obst aufgrund der enthaltenen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Der Körper benötigt diese für die Aufrechterhaltung eines gesunden Stoffwechsel, für das Immunsystem, die Erneuerung aller Zellen und eben auch als Bausteine für unsere Hormone. Bei Mangelzuständen kann es zu Problemen nach Absetzen der Pille kommen (natürlich auch schon davor, aber nun fällt es oft besonders ins Gewicht.

 

FÜNF. Es klingt so ausgelutscht, aber es ist einfach so: Stress in jeglicher Form (das heißt, alles was DICH dauerhaft stresst und aus der Ruhe bringt) ist eine wichtige Stellschraube, wenn es um einen ausgeglichenen Hormonhaushalt geht. Ich werde bald einen Artikel darüber schreiben, bis dahin kannst du vielleicht in diesem Beitrag nachlesen, was das Nervensystem damit zu tun hat. 

Nun möchte ich nicht sagen: vermeide Stress. Denn wer kann schon auf Knopfdruck alles abstellen, was Nerven kostet? Oder zumindest nicht von heute auf morgen. Darum gefällt mir der Begriff Stressmanagement. Das heißt, anstatt dir noch mehr Druck zu machen, da du sämtlichen Stress entfliehen sollst, gilt es, kleine Verschnaufpausen zu schaffen, zu erkennen, was dich überhaupt aus der Ruhe bringt und zu entdecken, was dich nährt und wieder stärkt. Das kann so unterschiedlich sein, weshalb man am besten für sich selbst ausprobiert, was richtig richtig gut tut. Ich verrate dennoch hier: Yoga kann nicht schaden... ;-)

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass dein Körper nun einiges zu erledigen hat. Er muss den Motor wieder aufwerfen und sich ganz neu sortieren. Das ist eine spannende Reise und manchmal liegen ein paar Steine im Weg. Von Seiten der Schulmedizin vermisse ich dabei oft die richtigen Empfehlungen und konzentriere mich daher auf die jüngsten Erkenntnisse aus Ernährungswissenschaften und Naturheilkunde.

 

Gerne berate ich dich dazu individuell und wir checken auch noch weitere Parameter rund um deinen Zyklus, deiner Ernährung und deines Lebensstils.

 

Happy Hormones, deine Colette

 

Fotos von reproductive-health-supplies on Unsplash

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