Self-Therapy

Warum es wichtig ist, auch als Therapeut Patient sein zu dürfen...

 

Alle Menschen die in Heilberufen arbeiten, ganz gleich welcher Form, geben sehr viel. Aufmerksamkeit, Geduld, Zeit und Hingabe sind wichtige Parameter um dem Patienten wirklich zu helfen. Abgesehen davon ist in meinen Augen Authentizität und das Leben der Werte, die man gerne vermitteln möchte, enorm wichtig und gestaltet unter anderem den Erfolg der Therapie. Eine Praxis zu füllen um davon zu leben ist die eine Sache, aber den wahren Grund warum man einen Heilberuf ausübt vor Augen zu haben, ist eine ganz andere. Für mich ist das der Wunsch etwas zu Bewirken, ganz wichtig auch Aufklärung zu leisten und zu Helfen, damit alle die zu mir kommen ein besseres, schöneres und einfacheres Leben haben können.

 

Nun finde ich es enorm wichtig niemals zu vergessen, dass auch wir als Therapeuten Patienten sein dürfen. Nur, weil wir anderen helfen, heißt das nicht, dass es uns nicht auch einmal gut tut, behandelt zu werden. Da wir niemals am Ende unserer Entwicklung angelangt sind, ist es immer auch eine wunderbare Erfahrung die Position des Patienten einzunehmen um zu erfahren, was man an dieser Stelle braucht, was man sich wünscht, was gut tut. Besonders in der eigenen Therapieform in die Rolle des Patienten zu schlüpfen ist immer wieder bereichernd. Ich komme heute auf dieses Thema, da ich vor kurzem selbst wieder einmal, nach einer langen Pause, in den Genuss einer Craniosakralen Behandlung kommen durfte.

 

Bislang waren meine Sitzungen immer emotional und ich habe viele seelische Themen dabei aufgearbeitet. Meine letzte Erfahrung war insofern neu, dass ich mit handfesten körperlichen Beschwerden in Schulter und Knie vorstellig wurde. Nach der Behandlung war ich körperlich auf eine angenehme Weise geschafft (ähnlich wie nach einer schönen Bergwanderung) und habe mir ein entspannendes Bad gegönnt. Die Therapiestunde selbst war unspektakulär, aber im Nachhinein bewegt sich viel. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich im Anschluss nichts mehr erledigen musste, keine Termine warteten und ich einfach entspannen konnte.

 

Das möchte ich auch immer meinen Patienten ans Herz legen. Eine osteopathische oder craniosakrale Behandlung darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen, besonders nach der Behandlung bewegt sich noch ganz viel und am besten gönnt man sich Ruhe, einen schönen Spaziergang oder ein Bad. Was immer sich in dem Augenblick angenehm und richtig anfühlt.

 

 

 

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